„Was macht eine gute Regierung aus? Frühneuzeitliche Antworten im Spiegel ausgewählter Quellen“: Unter diesem Titel stand meine Veranstaltung des abgelaufenen Wintersemesters, in der ich mit einigen Studierenden intensive Quellenlektüre betrieben habe. Eine typische frühneuzeitliche Quellengattung für diese Thematik sind bekanntermaßen Politische Testamente. Ausgewählt hatte ich dasjenige des bayerischen Kurfürsten Maximilian aus dem Jahr 1641 sowie das des sächsischen Kurfürsten Johann Georg von 1652. Damit standen Texte der beiden vielleicht bedeutendsten und mächtigsten Reichsfürsten ihrer Zeit im Mittelpunkt. Beide Kurfürsten haben zudem gemein, dass sie während der gesamten 30 Kriegsjahre regiert haben. „Politische Testamente aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs“ weiterlesen
Kategorie: Artikel
Die Kapuziner in der Schenkenschanz (1635)
Im Jahr 1635 gelang den spanischen Truppen am Niederrhein noch einmal ein großer Coup: Völlig überraschend nahmen rund 500 Soldaten der geldrischen Garnison am 28. Juli 1635 die Schenkenschanz ein. Diese Landspitze, die durch die Aufspaltung des Rheins in die Waal und den Nederrijn entstanden war, hatte eine immense strategische Bedeutung, „Die Kapuziner in der Schenkenschanz (1635)“ weiterlesen
Wer war Joachim von Sandrart?
Wer war Joachim von Sandrart? Nein, er war kein berühmter Söldnerführer und auch kein Geheimer Rat, der sich auf diplomatischem Parkett in diesem Konflikt engagiert hat. Und doch hat er in der Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs seinen festen Platz; allerdings taucht er erst ganz am Ende dieses Konflikts auf. Denn nach dem Abschluß der Verhandlungen in Münster und Osnabrück begann 1649 in Nürnberg der sogenannte Exekutionstag, auf dem für die vielen noch offenen Probleme Lösungen gesucht wurden, vor allem für das Problem der Abdankung der Truppen. „Wer war Joachim von Sandrart?“ weiterlesen
Soldatenhochzeit
Seit einiger Zeit werden im Blog 1628 Wertheim archivalische Notizen präsentiert, die Geschehnisse um die Stadt Wertheim (Main/Tauber) aus dem Jahr 1628 dokumentieren. Die im wöchentlichen Rhythmus meist paraphrasierend aufbereiteten, teilweise aber auch mit Originalzitaten versehenen Notizen bieten einen breiten thematischen Rahmen zu ganz unterschiedlichen historischen Bezügen. „Soldatenhochzeit“ weiterlesen
Die Nöte des Kölner Kurfürsten
21. Januar 1645: Kurfürst Ferdinand von Köln schreibt von seiner Bonner Residenz aus an den kaiserlichen Feldmarschall Hatzfeldt, der derzeit in Böhmen operiert. Dieser zieht dort seine Truppen zusammen und sucht eine Entscheidung gegen die vorrückenden Schweden. Dazu wünscht der Kurfürst dem Feldmarschall guten Erfolg und verbindet damit auch die Hoffnung, daß Gott Graf Hatzfeld „solche gluckhliche Progress „Die Nöte des Kölner Kurfürsten“ weiterlesen
Neujahrsgruß für 1632
„Wunsche hiemit Ew. Kay. Mayt. in tieffster reuerenz ein vnd viel mehr hernachfolgendes gluckseliges, Frid: vnd Freudenreich Newes Jahr, vnd thue deroselben zu beharrlichen kay: milten gnaden mich allervnderthenigst empfehlen …“
„Neujahrsgruß für 1632“ weiterlesen
dk-blog
Der Dreißigjährige Krieg und kein Ende. Seit der Verwissenschaftlichung der Geschichte im 19. Jahrhundert fasziniert dieser Konflikt des 17. Jahrhunderts die Wissenschaft. Dabei zeigt sich immer mehr, wie reichhaltig dieses Forschungsfeld ist. Viele Phänomene, die für die Vormoderne insgesamt wichtig sind, finden sich hier in kondensierter Form: Was die Frühe Neuzeit ausmacht, findet sich in der einen oder anderen Form exemplarisch auch in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs wieder. In dieser Epoche entfaltet sich jedenfalls eine thematische Komplexität, an der man sich ein ganzes Forscherleben abarbeiten kann.
Ich selbst beschäftige mich seit rund 20 Jahren mit Themen des Dreißigjährigen Kriegs. Das Interesse ist nie erlahmt, im Gegenteil. Es gibt das komische Gefühl, auch nach vielen und intensiven Auseinandersetzungen viele Probleme dieser Zeit immer noch nicht richtig verstanden zu haben – nein, ich kokettiere nicht mit meinem Wissensstand. Dieser ist natürlich im Laufe der Jahre beständig gewachsen, aber auch die Einsicht in die Vielschichtigkeit der hier berührten historischen Phänomene. Aber je mehr ich forsche, desto komplexer (und faszinierender!) stellt sich die Thematik dar.